In Deutschland werden die meisten Darlehen mit einer festen Zinsbindung abgeschlossen. Ideal sind 15 Jahre, die meisten Darlehen zum Beispiel zum Hauskauf oder Hausbau werden mit einer 10jährigen Zinsbindung abgeschlossen. Im restlichen Europa ist dies etwas anders. Hier kennt man in diesem Bereich nur variable Zinsen. Die Festzinsen haben in Deutschland indes eine lange Tradition. Damit untermauern die Banken auch den Sicherheitsgedanken der Deutschen was die Finanzierbarkeit eines Eigenheims angeht. Allerdings haben Festzinskredite auch so ihre Tücken. Denn sie sind was die Ablöse bzw. Umschuldung angeht recht unflexibel. Hatte man nämlich kein Glück und musste einst einen Kredit mit hohen Zinsen abschließen, würde in Zeiten von Niedrigzinsen gerne umschulden, ist man an diesen Vertrag gebunden bis zum Ende der Laufzeit. Und auch was Sondertilgungen angeht, stellen sich Festzinskredite häufig als etwas unrentabel dar. Inzwischen werden den Kreditnehmern allerdings umfangreiche Sondertilgungsrechte eingeräumt. Und zwar immer ein bestimmter Betrag pro Kalenderjahr. Dieser darf zwar nicht überschritten werden, doch hilft dies dabei, dass man sehr viel schneller von seinen Schulden herunterkommt, als dies in dem eigentlichen Plan steht. Früher erfolgte diese nicht immer automatisch. Die Kreditnehmer mussten teils zäh verhandeln.
Vorfälligkeit
Für den Fall, dass kein Sondertilgungsrecht vorgesehen ist wie bei vielen Kleinkrediten, ist es fast unmöglich, außerhalb der vertraglich vereinbarten Raten das Darlehen zusätzlich zu tilgen. Die Banken verlangen in diesem Fall in der Regel Vorfälligkeitszinsen. Und diese sind sehr hoch. So hoch, dass es sich teils überhaupt nicht lohnt, dass man eine vorzeitige Rückzahlung vornimmt. Dass das Darlehen komplett getilgt werden kann, wenn man zu Geld gekommen ist, ist nur in wenigen Einzelfällen möglich. Die Banken stützen sich hier auf ein BGH-Urteil. Darin wurde versäumt Lebenssituationen konkret zu konkretisieren.