Professionelle psychologische Beratung

Anders als Psychotherapie gibt es für eine psychologische Beratung keine gesetzlichen Grundlagen, die regeln, wer nach welcher Ausbildung und nach welchen staatlichen Maßgaben zur Ausübung von e Beratung zugelassen werden kann. Grundsätzlich darf also jeder eine psychologische Beratung machen und sich psychologischer Berater nennen. Die Folgen für den Verbraucher bzw. Klienten sind klar: Keiner weiß, ob der Anbieter sein Handwerk versteht und woran sich im Zweifelsfall feststellen lässt. Manche der Berater können durchaus eine einschlägige Berufsausbildung oder Fortbildung vorweisen, denn nicht wenige, die eine psychologische Beratung offerieren, sind Psychotherapeuten oder Seelsorger, manche arbeiten für kirchliche Einrichtungen oder sind zum Beispiel Sozialpädagogen.

Zu einer guten psychologischen Beratung gehört unter anderem die Fähigkeit zuhören zu können. Zuhören und schweigen können ist nicht dasselbe. Auch wenn beim Zuhören augenscheinlich keine Aktivität der Beraters erfolgt, wirkt eine stille Anteilnahme, die der Klient durchaus spürt. Eine gute psychologische Beratung kennt also die aufrichtige und spürbare, wenngleich nicht hörbare Anteilnahme des Beraters an der Situation des Ratsuchenden. Dazu bedarf es einer Persönlichkeit, die sich zurücknehmen kann. Manche glauben, eine psychologische Beratung müsse sich überschlagen vor intelligenten Ratschlägen, so dass der Ratsuchende gar nicht viel sagen müsse. Aber eine kompetetente psychologische Beratung ist mehr als nur Ratschlag erteilen, das Psychologische erfordert mehr als gute Inhalte, die auch ein gutes Buch oder das Internet liefern könnte. Es erfordert eine allgemeine Menschenliebe und psychologische Beratungsgrundsätze.

Zu diesen Beratungsgrundsätzen gehört ganz zentral die Hilfe zur Selbsthilfe. Oder andersrum ausgedrückt: Eine psychologische Beratung verrät nicht einfach die Lösungen – sofern der Berater diese überhaupt wirklich kennen kann – , sondern führt den Ratsuchenden auf seinen eigenen Weg, so dass er selbst fündig wird, in sich selbst. Das unterscheidet eine echte psychologische Beratung von den vielen Hotlines, in denen angebliche Experten sehr schnell sagen, was der Betrefende anders machen müsse. Manchmal wird die Ansicht des Beraters sogar aufgedrängt und bestimmte Entscheidungen nahegelegt. Andererseits fordern das manche Hilfesuchende auch, so dass sich gemäß dem Resonanzgesetz die “Richtigen” zusammenfinden.

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